8 hartnäckige Yoga-Mythen – wahr oder falsch?

8 hartnäckige Yoga-Mythen – wahr oder falsch?

Um Yoga ranken sich viele Mythen. Würde man Yoga als die Quersumme aller Mythen definieren, wäre Yoga „esoterische Frauen-Gymnastik zum Schlafen für gesunde Superflexible“. Es ist Zeit, die Mythen unter die Lupe zu nehmen und damit aufzuräumen!

Inhalt

1. Yoga ist nur etwas für super Flexible.

Immer wenn ich erzähle, dass ich Yoga mache und unterrichte, bekomme ich zu 99% als Antwort: „Ich könnte das nicht, ich bin ja so unflexibel.“ Ich sage dann gerne: „Zu sagen, du bist zu unflexibel für Yoga ist wie zu sagen „Ich bin zu dreckig, um zu duschen.““ Mit anderen Worten: (mehr) Flexibilität ist vielleicht eine Folge von regelmässiger Yogapraxis, aber ganz sicher keine Voraussetzung. Vergiss all die bunten Instagram-Fotos von Leuten, die sich scheinbar mühelos in alle Himmelsrichtungen verrenken. Was zählt, bist du und wie du an dir und deinem Körper arbeitest.

2. Yoga ist nur für Gesunde.

„Ich habe so Probleme mit diesem und jenem, ich kann kein Yoga machen.“ Auch das höre ich immer wieder. Fakt ist: Yoga kann bei vielen Beschwerden helfen und vorbeugen. Wenn du nicht gerade mit hohem Fieber im Bett liegst, kannst du fast immer Yoga praktizieren. Allerdings sind nicht immer alle Übungen geeignet. Falls dich also gerade die Hüfte zwickt, die Schulter klemmt oder du dich von einem Bandscheibenvorfall erholst – melde es unbedingt deinem Yogalehrer. Er kann dir so Alternativen empfehlen, die für dein Leiden angepasst sind. Ein Sprichwort sagt: Es gibt so viele verschiedene Yogastellungen wie es Menschen gibt. Somit gibt es immer eine Variante, egal wo es gerade hakt.

Jeder Mensch kann Yoga üben solange er atmen kann.

Krishnamacharya

3. Yoga ist einfach eine andere Form von Gymnastik.

Im Westen wird Yoga häufig auf das Körperliche, die Asanas, reduziert. Würde Yoga nur aus Asanas bestehen, wäre die Frage gerechtfertigt, wo eigentlich der Unterschied zur Gymnastik ist. Nur: Yoga ist eben so viel mehr als Körperhaltungen. Atemübungen, Meditation und Philosophie gehören ebenfalls dazu. Die Asanas sind nicht Selbstzweck, sondern waren ursprünglich dazu gedacht, den Körper auf (lange) Meditation vorzubereiten.

4. Yoga ist esoterisch.

Erst irgendwelche Lieder auf Sanskrit zu singen und danach irgendwelche Lebensweisheiten aus der indischen Mythologie, die einer bestimmten Asana zugeordnet sind, zu hören – das wirkt im Westen manchmal etwas schräg. Tatsache ist: Der Yoga ist zunächst im Umfeld des Hinduismus entstanden und beruft sich auf ähnliche Weisheitstexte. Vor etwa 2000 Jahren hat der Yoga sich gelöst und gilt heute nicht als Religion. Wenn altindische Weisheitsgeschichten oder Mantra-Singen nicht dein Ding sind – take it easy, mach dein Ding. Du kannst dich sehr gut auf Atemübungen, Asanas, Meditation und Aspekte der Philosophie konzentrieren, ohne dich mit Mythologie oder Hinduismus zu beschäftigen. Finde einen Lehrer oder ein Studio, das zu dir passt. In manchen Stilen und Schulen werden dir die „esoterischen“ Aspekte des Yoga kaum begegnen.

Statue von Ganesha
Der Yoga entwickelte sich im Umfeld des Hinduismus. Deshalb findet man heute ab und an Statuen von hinduistischen Gottheiten, wie beispielsweise Ganesha, in Studios.

5. Yoga ist nicht anstrengend.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Leute denken, dass Yoga bedeutet: Ich lege mich auf die Matte und singe vielleicht noch „Ommmmm“ dazu. Mein Papa war einer davon. Letztens habe ich ihm ein kleines Programm gegen seine Hüftprobleme zusammengestellt und mit ihm geübt. Als er da so im Brett stand, kam er schnell ins Schwitzen und meinte: „Das ist ja richtig anstrengend!“. Sicher, Yoga hilft bei der Entspannung. Das heisst aber noch lange nicht, dass die Übungen nicht anstrengend sind. Im Gegenteil: Viele Übungen dienen der Kräftigung und die kann dich mitunter ins Schwitzen bringen. Nicht zuletzt hängt das auch ein bisschen vom Yoga-Stil ab. Die Wahrscheinlichkeit, in einer Flow Yoga Stunde ins Schwitzen zu kommen ist höher als in einer Yin Yoga Stunde.

6. Yoga ist immer das Gleiche.

Jein! Es gibt nicht den einen einzigen Yoga. Ich sage immer: Das Wort „Yoga“ ist so weit gefasst wie das Wort „Jazz“. Es gibt viele verschiedene Stile und Untergruppen. Sie unterscheiden sich teils erheblich in Intensität und praktizierten Übungen. Manche Schulen und Stile arbeiten mit fixen Abfolgen von Asanas. Das ist beispielsweise beim Ashtanga oder Shivananda Yoga der Fall. Andere Stilrichtungen hingegen sind hier völlig frei.

7. Yoga ist so ein neuer Trend.

Yoga boomt, das ist keine Frage. Yoga ist jedoch keine Erfindung der Neuzeit, sondern entstand vor etwa 3500 Jahren. Ganz schön langer „Trend“, oder?

8. Yoga ist Frauensache.

In den meisten Stunden herrscht Männerüberschuss. Warum das so ist? Gute Frage. Vielleicht liegt es am Mythos 4, „Yoga ist nicht anstrengend“. Fakt ist aber: Ursprünglich praktizierten nur Männer Yoga.

Falls du jetzt Lust auf eine erste Yogastunde hast, les gleich hier weiter:
Lesetipp: „9 Tipps für dein erstes Mal… Yoga“

 

Katharina Balande lehnt lächelnd auf zwei Yogabolstern.

Hi, ich bin Katharina!

Schön, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast. Ich bin Yogalehrerin, Mama und kreativer Kopf. Ich unterstütze dich mit Yoga auf dem Weg zu Energie & Lebensfreude: alltagstauglich, fundiert, wirksam. Keine fancy Verrenkungen an hippen Stränden – bei mir erwartet dich fundiertes und seriöses Yoga. Wenn ich nicht auf der Matte bin, mache ich Musik oder schwimme.

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